Nicht wieder einen Sommer verschwitzen – jetzt entscheiden, jetzt umsetzen

Mitte Juni zeigte das Thermometer in Klassenräumen der Volksschule Wiener Neudorf bereits um 8 Uhr früh über 31 Grad – trotz intensiven Lüftens, und das noch vor Ferienbeginn. Wenn ein Schultag schon so beginnt, kann man sich ausmalen, wie es am Nachmittag aussieht. Unter solchen Bedingungen zu lernen ist keinem Kind zumutbar.

Würden Sie in einem 31 Grad heißen Büro arbeiten? Müssten Sie nicht. Für Erwachsene am Arbeitsplatz gibt es klare Regeln zum Raumklima. Für unsere Kinder im Klassenzimmer gibt es sie nicht. Was wir keinem Erwachsenen zumuten, muten wir Achtjährigen zu – jeden heißen Schultag aufs Neue.

Dass Hitze das Lernen ruiniert, ist längst belegt. Das österreichische Forschungsprojekt „Climate Ready Schools“ (AIT) hat über 1.500 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte befragt: 88 Prozent empfinden die Hitze im Schulgebäude als Belastung. 74 Prozent können sich nicht mehr richtig konzentrieren. Wer schon einmal an einem heißen Nachmittag versucht hat, klar zu denken, weiß genau, wovon hier die Rede ist.

Kostenvoranschläge kühlen keine Klassenzimmer

Neu ist das Problem nicht. Eltern und Lehrpersonal melden uns seit Jahren, wie unerträglich es in den Klassen wird, sobald die Temperaturen steigen. Und genauso lange fordern wir, hier endlich Maßnahmen zu setzen und umzusetzen. Passiert ist bisher zu wenig.

In der letzten Gemeinderatssitzung war das Thema wieder einmal am Tisch. Die Antwort: Die Gemeinde holt Kostenvoranschläge ein. Gut so – das ist ein erster Schritt. Aber ein Kostenvoranschlag allein kühlt keinen einzigen Klassenraum. Jetzt geht es darum, das Thema endlich umzusetzen.

Wir kennen das Muster: Es wird geprüft, erhoben, abgewogen – und im Juni des nächsten Jahres sitzen die Kinder wieder bei über 30 Grad in der Klasse. Genau das darf diesmal nicht passieren.

Deshalb fordern wir:Beschluss im Herbst, fertige Lösung vor dem Sommer 2027. Nicht mehr, nicht weniger.

Was jetzt zu tun ist

Unser Hitzeschutzpaket für die Volksschule:

  • Temperaturen messen und offenlegen – damit alle wissen, wo es wie heiß wird
  • Jeden betroffenen Raum anschauen – nicht pauschal, sondern konkret
  • Sonnenschutz außen statt Vorhang innen – dazu kluges Lüften und Nachtauskühlung
  • Klimaanlage dort, wo das alles nicht reicht – energieeffizient und leise
  • Ein fixer Zeitplan mit Datum – damit die Lösung steht, bevor die nächste Hitzewelle kommt

Es geht nicht um eine Schnellschuss-Lösung, sondern um ein Konzept, das technisch und ökologisch Hand und Fuß hat. Aber es muss fertig sein, bevor es wieder heiß wird – nicht danach diskutiert werden.

Der nächste Sommer kommt bestimmt

Unsere Kinder und ihre Lehrkräfte verdienen Klassenräume, in denen man gesund lernen und arbeiten kann. Wir als SPÖ Wiener Neudorf bleiben dran – bei jeder Sitzung, bei jeder Anfrage, bis aus Angeboten Beschlüsse und aus Beschlüssen kühle Klassenzimmer geworden sind.

Unsere Kinder sind keine Hitzepuffer. Wir bleiben dran!